"Heldentod"
  Von Engelbert Brunn

Helden sterben einsam, Schauspieler tun es vor Publikum. Sogar so eine intime Sache wie der Freitod geschieht nicht unter Ausschluß der Öffentlichkeit.
Von Hamlet und Othello träumt er, der Schauspieler Friedrich Roland, aber spielen ließ man ihn den Stoffhund Fridolin im Weihnachtsmärchen. Diese und andere Demütigungen lassen den Schauspieler Friedrich Roland zum Letzten greifen: dem Strick. Doch nicht einmal der mit Kerzenlicht, Musik und Abschiedsbrief arrangierte „Heldentod“ will ihm gelingen. Die Schlinge misslingt. Und während er, natürlich ebenfalls erfolglos, Suizid-Ratgeber wälzt, lässt er seine siebenjährige Nicht-Karriere Revue passieren.

„Der schlimmste Moment ist der, wenn man in den Garderobenspiegel blickt und erkennt:
Man ist durch und durch normal. Dann hat man verspielt. Dann rettet einen nichts mehr. Die Tür zurück zum Bankbeamten oder Kfz-Mechaniker ist endgültig zugeschlagen. Man hat einmal gesagt: „Ja, ich will Künstler sein!“ – und nun kann nur noch Verachtung über einen kommen.“




Kritiken „Heldentod“:

BZ
90 Minuten zeigt ein guter Schauspieler, dass er einen schlechten Schauspieler brillant spielen kann.


Ein hinreißendes Solo von Daniel Werner.

Westfälische Nachrichten
Daniel Werner hervorragend/Selten so gelacht


Selten wohl hatte ein Publikum so ausgiebig Gelegenheit zum Lachen wie bei der Aufführung an diesem Abend.

Rheinische Post
Ein Held spuckt Gift und Galle


Engelbert Brunns Ein-Mann-Stück „Heldentod. Eine Ansehrolle“ ist im Grunde eine traurige Geschichte. Aber wie so oft, sind es gerade die Tragödien und tragikomischen Gestalten, die Heiterkeit auslösen.

RheinArt
Sterben wollen, reden müssen


Friedrich Roland (Daniel Werner) will nicht erzählen, er will nicht komisch sein, er will nicht unterhalten, Aber er tut es. Mit dem Gesicht eines Erniedrigten geht er über die Bühne, schreckt weder davor zurück, von seinen Erfahrungen als „Hund“ im Weihnachtsmärchen zu sprechen, noch von seinem künstlerischen Waterloo als „Hamlet“. Daniel Werners komisches Talent, sein überzeugendes Spiel, Engelbert Brunns mit absurden Szenen, schwarzem Humor und scharfer Satire gespicktes Stück, schließlich Agma Formanns unprätentiöse und damit wirkungsvolle Regie, diese Zutaten machen „Heldentod“ zu einer bissigen, aber (glücklicherweise) nicht deftigen Satire.

WZ
Feldzug gegen die Theaterwelt


Skurril. Überzeugend. Grandios

Marabo
Rührend komisch


So süffisant wie Daniel Werner diese mit bösem Witz und bitteren Seitenhieben angereicherte Solo auf die Bühne bringt, so glaubwürdig er in die Rolle des von Intendant, Regisseur, und Publikum Geknechteten schlüpft: Da muss wohl ein Quentchen Erfahrung mitspielen.

Deister- u. Weserzeitung
Brillanter Monolog eines Verlierers


Bergische Landeszeitung
Daniel Werner glänzte mit kabarettistischen Höchstleistungen in „Heldentod“


Daniel Werner brillierte mit seiner Wandlungsfähigkeit, ließ geifernde Intendanten, dummdreiste Dramaturgen, verblödete Rezensenten, punkige Hamlets, Stoffhunde, dritte Männer von rechts oder links vor uns auferstehen. Zwei Koffer, ein paar Kerzen, ein Stuhl,
ein Galgen war alles, was er für seine gekonnte One-Man-Show benötigte.

WZ
Tragikomisches aus dem Leben eines Mimen


...Fortan erzählt er das Trauerspiel seines Lebens und die Zuschauer weinen – vor Lachen.

RP
Die Leiden eines jungen Schauspielers


Mit bissigem Humor und detailgenauer Darstellung der Charaktere entlarvt Werner den Theaterbetrieb.

AZ
Daniel Werner brillierte als tragikomischer Dilettant


...eine Paraderolle für Werner, der die Tragikomödie mit Regisseurin Agma Formanns höchst erfolgreich auf die Bühne gebracht hat. Ein rabiater Rundumschlag gegen alles, was sich vor oder hinter den Bühnenbrettern bewegt. Ein bitterböses Psychogramm des Künstlers zeichnet er, dem der Weg „zurück ins normale Leben“ endgültig verbaut ist.

Münstersche Zeitung
Ein begnadeter Parodist


Agma Formanns inszenierte pointiert und kurzweilig und sorgte dafür, dass die Komik nicht abdrehte. Angesichts der in Münster gezeigten Energieleistung muss man sich jedoch um Werners Karriere wohl weniger Sorgen machen als um die seiner Figur.

NEUES RHEINLAND
Eine Parade-Partie


Hinter der komischen Oberfläche wird allerdings auch der Riss spürbar, der dieses Charakterbild spaltet.

Kölner Stadt-Anzeiger
Der verhinderte Heldentod


Daniel Werners absolviert Friedrich Rolands melancholisch- satirisches gallenbitteres Solo mit hoher Sprechkultur und einem Minimum an theatralischen Aufwand, exzellent.